So funktioniert dCLS

Von der Ausgabe eines Settlement-Tokens bis zu seiner Einlösung: der Lebenszyklus eines einzelnen Geschäfts, multilaterales Netting und zwei Settlement-Modi. dCLS führt ausschließlich die FX-Umrechnung zu einem vorab vereinbarten Kurs aus und ist am zugrunde liegenden Handel nicht beteiligt.

Lebenszyklus des Settlements

Sieben Schritte von der Ausgabe eines Settlement-Tokens bis zur Einlösung. Die Parteien vereinbaren den Kurs außerhalb des Systems — dCLS garantiert nur die Gleichzeitigkeit und Finalität der Ausführung.

1
Settlement-Token ausgeben
Ein lizenzierter Emissionsfonds nimmt lokales Fiatgeld entgegen und gibt 1:1 einen Settlement-Token aus. Das Fiatgeld verbleibt auf den Konten des Fonds in seiner eigenen Jurisdiktion.
2
Auf das Settlement-Konto einzahlen
Der Teilnehmer überträgt Settlement-Token auf sein Settlement-Guthaben in dCLS — eine Arbeitsposition für künftige Geschäfte.
3
FX-Instruktion
Die Parteien vereinbaren den Kurs untereinander und reichen eine Instruktion ein: was gegen was und zu welchem Kurs getauscht werden soll. dCLS legt den Kurs nicht fest.
4
Netting im Settlement-Fenster
Die Instruktionen sammeln sich im Fenster und werden durch multilaterales Netting verdichtet: Viele gegenläufige Verpflichtungen werden zu wenigen Nettopositionen zusammengefasst.
5
Atomares PvP-Settlement
Beide Seiten des Geschäfts werden gleichzeitig ausgeführt — Payment versus Payment. Entweder werden beide erfüllt oder keine. Das Herstatt-Risiko ist null.
6
Bestätigung und Audit
Das Settlement wird mit der Blockbestätigung final. Jeder Vorgang wird in einem unveränderlichen Audit-Trail erfasst.
7
Token einlösen
Der Teilnehmer legt den Settlement-Token dem Emissionsfonds zur Einlösung zum Nennwert vor und erhält lokales Fiatgeld. Der Token wird aus dem Umlauf genommen.

Wie Netting Überweisungen reduziert

Multilaterales Netting fasst viele gegenläufige Verpflichtungen zu wenigen Nettopositionen zusammen. Unten ein anonymisiertes Beispiel: Fünf Bruttoüberweisungen werden auf drei Nettoüberweisungen verdichtet.

Bruttoverpflichtungen (5)

Netto nach dem Netting (3)

Das Beispiel ist indikativ und dient der Veranschaulichung. Die tatsächliche Verdichtung hängt von der Struktur und dem Ausgleich der gegenläufigen Ströme im jeweiligen Fenster ab.

Zwei Settlement-Modi

Dasselbe Settlement läuft in zwei Modi. Der Teilnehmer wählt den Modus, der zu seinem Vertrauensprofil passt.

Ledger (off-chain)

Das Settlement läuft im sicheren Ledger des Betreibers. Höhere Geschwindigkeit und höherer Durchsatz; das Settlement beruht auf dem Vertrauen in den Betreiber und seine Verfahren.

On-Chain (Ethereum L1)

Das Settlement wird in einem Smart Contract auf Ethereum ausgeführt. Öffentliche Verifizierung, Zensurresistenz und ein unveränderlicher Audit-Trail statt Vertrauen in eine einzelne Partei.

Die Modi schließen sich nicht gegenseitig aus: Off-Chain bietet Geschwindigkeit für den alltäglichen Fluss, On-Chain bietet unabhängige Überprüfbarkeit für wesentliche Settlements.

Ausführungsprioritäten

Die Priorität bestimmt die Reihenfolge, in der eine Instruktion in das Settlement-Fenster gelangt — nicht ihre Kosten. Dringende Instruktionen werden vor aufgeschobenen ausgeführt.

Dringend

Die Instruktion wird zuerst in das nächstgelegene Settlement-Fenster aufgenommen.

Normal

Standardreihenfolge: Die Instruktion wird im planmäßigen Fenster ausgeführt.

Aufgeschoben

Die Instruktion wartet auf ein volleres Fenster — was die Bedingungen für das Netting verbessert.

Die Priorität betrifft nur die Reihenfolge der Ausführung und ändert die Gebühr nicht.